ERZÄHLABEND – „Alte Sticker, alte Stickereien“
Freitag 10.11. 18:30-20:30, Schaudepot Höchst, Konsumstraße 36

Das Schaudepot Höchst hat am Freitag, 10. November nachmittags wiederum von 16.00 bis 19.00 für Sie geöffnet. Um 18.30 Uhr findet erstmals eine Veranstaltung, organisiert vom Schaudepot-Team statt, und zwar ein Erzählabend zum Thema „Alte Sticker, alte Stickereien“. Die Gesprächsrunde mit Zeitzeugen dauert etwa zwei Stunden.
Initiiert vom Schaudepot-Team hat Gemeinderat Markus Bacher einige Sticker angesprochen, die nun bereit sind, aus der von ihnen erlebten Vergangenheit zu erzählen.
Bis in die jüngste Vergangenheit prägten Stickereien, Scherlereien, Punchereien und was es noch so für Stickereinebengewerbe gab, das Erwerbsleben der Höchster.
Zu diesen Zeiten boomte der Stickereiexport, namentlich nach Nigeria. Technisierung und Digitalisierung machten die Stickerei in den letzten Jahren zu einem modernen Zweig der Textilindustrie, der Spezialprodukte und Neuheiten mit höchstem Qualitätsanspruch (z.B. Haute Couture, klimatisierende Stoffe oder feuerfeste Materialien) herstellt.
Alte Stickergemeinde Höchst Wenn auch in Vorarlberg Lustenau als die Stickergemeinde schlechthin gilt, so war doch dieser Erwerbszweig auch in Höchst bis zum Ersten Weltkrieg sehr bedeutend, wohl mit starken konjunkturellen Schwankungen.
Die Wurzeln der Stickerei in Höchst sind indes alt. Dies erklärt sich auch durch die Nähe zur Ostschweiz, wo die Stickerei ab 1820 dank der Einführung der Plattstichstickerei einen enormen Aufschwung erlebte. In Höchst führte dies zur Gründung der berühmten Feinstickerei Schneider & Bänziger, die in Schweizer Miteigentümerschaft stand.
Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr die Stickerei mit der Einführung der 1863 von Isaak Gröbli erfundenen Schiffli-Stickmaschine eine Verzehnfachung der Erzeugungsleistung in der gleichen Zeit.
Heute noch erinnert der Hausname „Schifflers“ an diesen Erwerbszweig der Familie Blum.
Fink-Sibler und Tynberg sowie Iklé sind andere bekannte Stickereifabriken, die teilweise von Schweizern hier in Höchst betrieben wurden. Daneben gab es unzählige Sticker, die zu Hause in Heimarbeit stickten.

v.r.: Franz Bacher, Gebhard Bösch (Lustenau)
Milan (jugoslawischer Gastarbeiter), ein türkischer
Gastarbeiter, Hugo Grabher (Lustenau)